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Aujourd'hui plus qu'hier, il y a des Noirs dans le monde entier: Noirs Américains, Noirs Européens, Noirs Asiatiques, Noirs Africains, brefs Noirs noirs et Noirs mélangés. Que veut dire aujourd'hui être Africain? Ta langue quotidienne n'est plus africaine; ta religion n'est plus celle de tes ancêtres; ton économie n'est plus celle du troc; ton droit n'est plus le droit d'aînesse; veste et cravate sont tes vêtements de parade; tu ne manges plus le manioc; ta peau est violemment maquillée, tes cheveux ou perruques lisses et ton ciel n'a plus de clairs de lune cadencés de danses autour du feu; tes contes sont les aventures des films occidentaux. Qu'est-ce qu'être Africain de nos jours? Une race en voie d’extinction? F.Kama

Theaterstück gibt Einblicke in eine kamerunische Hochzeit (DE)

Öschelbronn: Für das Sommerfestival „Cameroon – Africa in Miniature“ proben Tänzer und Schauspieler intensiv

ZoomRegisseur Felix Kama (rechts) lässt seine Schauspieler und Tänzer abheben GB-Foto: Holom
Heiraten verbindet. In Afrika anders als in Gäufelden. Aber es gibt Gemeinsamkeiten. In Nebringen probt eine Laiengruppe unter der Leitung eines erfahrenen Theatermannes das Heiraten. In der kommenden Woche blickt Gäufelden nach Kamerun, erlebt ein Festival der Kultur und eine afrikanische Hochzeit auf der Bühne.

Thomas Morawitzky

Im Nebringer Keltensaal wird getanzt, Musiker sind zusammengekommen, um ihren Auftritt zu proben, Schauspieler und Schauspielerinnen aus Kamerun arbeiten an ihren Choreografien. „Aluk“ heißt das Stück, das sie am Samstag der nächsten Woche aufführen wollen – auf Deutsch, denn natürlich soll das Stück ein deutsches Publikum ansprechen, ihm die kamerunische Kultur vorstellen. Aber im zentralafrikanischen Land, in dem rund 20 Millionen Menschen leben, werden viele Sprachen, Dialekte gesprochen – und die Schauspieler, die nun in Nebringen gemeinsam an ihrem Stück arbeiten, können sich untereinander selbst oft nur auf Englisch oder Französisch unterhalten.

Nicht alle, die die kamerunische Hochzeit spielen, kommen auch aus Kamerun. Rose Mascheque, die Braut des Stückes, stammt aus Südafrika; auch die fünf Musiker, die die Hochzeit mit Djemben, Tamtams, Rasseln und Glocken begleiten, sind aus anderen Ländern Afrikas, aus Togo, Gambia oder Sierra Leone. Bleo Kouagni ist spät zur Gruppe gestoßen – sie wurde an der Elfenbeinküste geboren, sie erarbeitet mit den Darstellern eine von zwei Choreografien. „Ich wollte den Tanz und die Musik ins Stück integrieren“, sagt Felix Kama, Autor und Regisseur der Theaterhochzeit. „Bei einer traditionellen afrikanischen Hochzeit gehört das alles dazu: tanzen, singen und sich freuen.“

Und dass das nun im Gemeindezentrum Öschelbronns gezeigt wird, geht zurück auf den Verein „Eyes on Cameroon“, gegründet am 23. November 2015 in Gäufelden von Steve Lefang, der schon in seiner Heimat Deutsch, in Deutschland dann Medizininformatik studierte, und der nun in Tailfingen lebt. „Ein Zufall“, sagt er. Der Verein besitzt 30 Mitglieder, verteilt auf ganz Baden-Württemberg, die die Kultur Kameruns pflegen und – dies der eigentliche Grund der Vereinsgründung – ein Waisenheim in Kamerun unterstützen. Im Dezember präsentierten sie sich bereits auf mehreren Weihnachtsmärkten der Umgebung.

Für Samstag, 11. Juni, planen sie nun ein großes Festival der kamerunischen Kultur rund um den Öschelbronner Rathausplatz, mit allem, was dazu gehört: Spiele, Filme, Tanz und Küche, und außerdem: das große Theaterspektakel im Gemeindezentrum. Dass Felix Kama Regisseur und Autor dieses Stückes ist, ist ein weiterer Zufall: Man suchte – und fand. Eine gemeinsame Bekannte vermittelte den Kontakt zu einem tatsächlich renommierten Schauspieler und Regisseur aus Kamerun.

Felix Kama kam 1996 als Stipendiat der Akademie Schloss Solitude nach Stuttgart, blieb in der Stadt und spielte 16 Jahre lang im Ensemble des Stuttgarter Theaterhauses – Zuschauer, die dort jemals das Erfolgsstück „Dirty Dishes“ sahen, werden sich an ihn erinnern: 650 Mal stand er in diesem Stück auf der Bühne. Er spielte in einer mehrsprachigen Adaption von Samuel Becketts „Warten auf Godot“ , in Stücken wie „Bezahlt wird nicht“, „Elling“ und „Ab heute heißt du Sara“. Und er schrieb eigene Stücke zum Beispiel: „Wo ist besser? Meine schönsten Erinnerungen“, aufgeführt am Reutlinger Theater Tonne 2012. Seit 2013 nahm Kama sich dann eine Auszeit von Theater; nun will er zurückkehren, am Theater Josefstadt in Wien spielen. Die vergangenen drei Jahre nutzte er, um ein Haus für seine Familie in Kamerun zu bauen.

Ein Stück zu schreiben, ganz ohne Drama, Intrige, Tragödie, ohne Bösewichte und ohne Unglück, ein Stück, das einfach nur unterhaltsam an eine Kultur heranführt, das war Felix Kamas Vorsatz für das kamerunische Fest in Gäufelden. Die Heirat und die gesellschaftlichen Gepflogenheiten, die sich um sie ranken, ein Mann, der um ein Mädchen wirbt, geben dazu das dankbarste Thema ab – denn gerade bei diesem Fest tritt ja die ganze traditionelle Kultur auf, inszeniert sie sich selbst.

„Das ist wirklich so“, sagt Felix Kama. „Eine afrikanische Hochzeit dauert drei Tage und drei Nächte und ist ganz eine Inszenierung. Der Mann und die Frau tun so, als wären sie sich nie zuvor begegnet, als würden sie sich eben erst kennenlernen. Die ganze Weisheit von zwei Familien kommt bei einer Heirat zusammen. Jeder muss zeigen, dass er die Weisheit beherrscht.“ Das heißt: Er muss zeigen, dass er sich auf Umgangsformen, Codes versteht, sich selbst in gutem Licht darstellen kann, Vornehmheit besitzt. „Ein Mann geht nicht einfach hin und sagt: Ich will deine Tochter zur Frau haben – er muss gut sprechen, spielen können.“

Jene, die nun Hochzeit spielen in Gäufelden, sind Laien. Das Stück bringt sie zusammen: Arbeiter, Studenten, Asylbewerber, Ingenieure. Manche reisen aus Stuttgart, Nürtingen, Kirchheim/Teck an, um zu proben – mittlerweile, wenige Tage vor ihrer Aufführung, täglich: „Das ist schon schwierig“, sagt Felix Kama. Zur Gruppe gehört auch eine Kostüm-Designerin aus Kamerun; die meisten Spieler besitzen jedoch traditionelle Kleidungsstücke aus ihrer Heimat – so hält der junge Verein den Kostenaufwand gering. Eine Kulisse, ein Bühnenbild wird es bei der Aufführung nicht geben – nur einen Stuhlkreis. In diesem Kreis jedoch: die Tänze, Gebräuche, Lieder, die Farben Afrikas.

Das Theaterstück wird am Samstag, 11. Juni, beim Afrika-Festival am Rathausplatz Öschelbronn um 16.45 Uhr im Gemeindezentrum gespielt.

Quelle:http://www.gaeubote.de/gb_16_111103072-24-_Theaterstueck-gibt-Einblicke-in-eine-kamerunische-Hochzeit-.html?GBID=541cd8cc3c31788e487da3f24a0eac88

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